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  • Die Dorffeuerwehr

    Kampen ist ein bekannter Ort auf der Insel Sylt. Hier ist immer etwas los. Die Reichen und Schönen aus der ganzen Republik treffen sich hier. Frei nach dem Motto sehen und gesehen werden fahren mit ihren schicken Autos durch die Gegend oder trinken Schampus und teuren Lokalen.

    Es gab aber noch ein anderes Kampen. Ein kleines Dorf in der Lüneburger Heide, mit wenigen hundert Einwohnern. Ausgerechnet hierhin musste Torsten mit seinen Eltern umziehen. Sie hatten hier Grundstück gekauft und darauf ein Haus gebaut und zogen nun ein.

    Aus der Traum. Vorbei war es mit der großen Feuerwehr mit den vielen Fahrzeugen. Vorbei war es mit den Funklehrgangsstunden bei Thomas. Vorbei war auch das tägliche Bewundern der großen Sammlung an Modellfeuerwehrautos. Kampen hatte vermutlich nicht einmal eine Feuerwehr. Es half nichts. Wenige Wochen nach seinem siebten Geburtstag zog die dreiköpfige Familie um in das neugebaute Haus in dem beschaulichen Dorf.

    Im Frühling nach dem Umzug hatte Torstens Vater ein Schwimmbecken gekauft und in einem großen Loch im Garten Eingebaut. „56.000 Liter Wasser passen da rein“, hatte sein Vater ihm erklärt. „Mit dem Gartenschlauch dauert das ewig. Deshalb habe ich die Feuerwehr gebeten, den Pool zu befüllen. Am Sonntag kommen sie und machen eine Übung. Dabei füllen sie den Pool.“
    Es gab also doch eine Feuerwehr in Kampen. Torsten konnte es kaum abwarten, dass es endlich Sonntag wurde. Bestimmt würden sie mit einem Tanklöschfahrzeug kommen. Oder mit einem LF 16. Diese großen Fahrzeuge hatte Torsten immer bewundert wenn Thomas sie ihm an der Hamburger Wache gezeigt hatte.

    Es wurde Sonntag und die Feuerwehr kam. Vor der Tür stand ein roter VW-Bus älteren Baujahres, fast schon ein Oldtimer. Torsten wunderte sich über den komischen ELW und glaubte, gleich würden die richtigen Fahrzeuge kommen. Aber er hatte falsch gedacht. Der VW-Bus war der komplette Fuhrpark der Feuerwehr Kampen. Torsten konnte es nicht fassen. Das sollte eine Feuerwehr sein?

    Bei dem VW-Bus handelte es sich um ein sogenanntes Tragkraftspritzenfahrzeug, kurz TSF genannt. Mitfahren konnten nur Fahrer und Beifahrer. „Der Rest der Mannschaft fährt privat zum Einsatzort“, erklärte ihm der Ortsbrandmeister. Hinter der seitlichen Schiebetür befand sich eine tragbare Pumpe, im Heck die Schläuche und auf dem Dach ein paar Saugleitungen und eine tragbare Steckleiter.

    “Für uns reicht das und im Nachbarort stehen ein LF und ein TLF“, wurde Torsten erklärt. Im nu waren ein paar Längen B-Schlauch vom Hydranten bis in den neuen Pool verlegt und dann hieß es „Wasser marsch!“. Nach weniger als zwei Stunden war der Pool voll.

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